Über den Stellenwert scheinbar vergessener Renaissance Gelehrter

Über den Stellenwert scheinbar vergessener Renaissance-Gelehrter

Das Referat von Philipp Schöbi am 20. März 2020 in Zürich trägt den bezeichnenden Untertitel ‚Über zwei schier vergessene Genies aus unserer Gegend‘ und weist auf verblüffende Gemeinsamkeiten des im Jahre 1514 in Feldkirch (A) geborenen Georg Joachim Rheticus mit dem im Jahre 1552 in Lichtensteig geborenen Jost Bürgi

hin. Die räumliche Nähe ihrer Geburt und die nur leicht verschobene Lebenszeit erlauben uns, beide Biographien vom selben historischen Blickwinkel aus zu

beurteilen. So hatten beide das grosse Glück, eng vertraut mit Geistesgrössen wie Kopernikus und Kepler zu arbeiten, deren kühne Denkansätze und Visionen sie

aus nächster Nähe mitbekamen, und die sie zweifellos anspornten, mit Kritik und Ermunterung, aber auch mit neuen Ideen, Methoden und Instrumenten sich in die

damals ablaufenden, epochalen Erkenntnisprozesse einzubringen.

 

Aber beide teilen sich auch das Schicksal des heute nahezu Vergessenen. Es ist das Anliegen der Bürgi Aktivitäten im toggenburgischen Lichtensteig und der Rheticus-Experten im vorarlbergischen Feldkirch, diese nicht hinzunehmende Schieflage in der Wissenschaftsgeschichte zu beheben. Nur wirken die historischen Klarstellungen

auch ausserhalb der Bürgi- und Rheticusgemeinde?

 

Hier verblüfft nun die Meldung, dass im Juli 2016 bei Christie‘s in London eine von Rheticus signierte Erstausgabe seiner „Narratio Prima“ von 1540 zum sagenhaften Preis von 1‘818‘500 Britischen Pfund (derzeit zirka 2‘364‘050 CHF) versteigert wurde.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dies unterstreicht zweifellos die wissenschaftsgeschichtliche Bedeutung dieser Erstausgabe der von Rheticus stammenden ersten gedruckten Publikation der heliozentrischen Lehre. So heisst es bei Christie‘s zum Beispiel:

 

FIRST EDITION OF THE FIRST PRINTED ACCOUNT OF COPERNICUS’S HELIOCENTRIC THEORY OF THE UNIVERSE.

Copernicus had allowed limited circulation of his preliminary theories in manuscript for some years, but it was Rheticus whom he permitted and encouraged to write and publish a redaction of his ground-breaking science. The Narratio prima pre-dates by three years the publication of Copernicus’s own De Revolutionibus

orbium coelestium.

 

Laut der berühmten Auflistung von Owen Gingerich existieren weltweit nur noch 25 Exemplare dieses Werks, wovon lediglich zwei in privater Hand sind.

B. Braunecker, P. Schöbi

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